{"id":19796,"date":"2026-09-13T07:21:50","date_gmt":"2026-09-13T05:21:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=19796"},"modified":"2026-09-11T23:09:24","modified_gmt":"2026-09-11T21:09:24","slug":"wenn-behoerden-sich-abschotten-waechst-der-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2026\/09\/wenn-behoerden-sich-abschotten-waechst-der-druck\/","title":{"rendered":"Wenn Beh\u00f6rden sich abschotten, w\u00e4chst der Druck"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_19807\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"width: 1290px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19807 size-full\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2026\/09\/Bild_Blog_regio.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2026\/09\/Bild_Blog_regio.jpg 1280w, https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2026\/09\/Bild_Blog_regio-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2026\/09\/Bild_Blog_regio-682x384.jpg 682w, https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2026\/09\/Bild_Blog_regio-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/> Die \u00d6ffentlichkeit entscheidet mit: Gemeindeversammlung in Steckborn 2024 zu Migrationsfragen. (Foto: Gian Ehrenzeller\/Keystone)<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p><strong><span style=\"color: #fff; background-color: #000; padding: 1px 5px;\">KOMMENTAR<\/span> Aktuelle Beispiele aus Frauenfeld und Uster zeigen, was geschieht, wenn Beh\u00f6rden zu wenig informieren oder Mitsprache erschweren: Der Druck von Medien, Politik und Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst. <\/strong><\/p>\n<p>Wo sich Beh\u00f6rden abschotten, entsteht Druck. Nicht nur von Journalistinnen und Journalisten. Auch B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wollen wissen, was Sache ist. Sie wollen nachvollziehen k\u00f6nnen, auf welcher Grundlage Entscheide gef\u00e4llt werden. Und sie wollen mitreden k\u00f6nnen. So, wie es unsere Demokratie vorsieht.<!--more--><\/p>\n<p>Das zeigt sich gerade in Frauenfeld. Vier Parteien haben gemeinsam die Initiative \u00abMehr Demokratie in der Schulgemeinde\u00bb <a href=\"https:\/\/www.thurgauerzeitung.ch\/ostschweiz\/frauenfeld\/frauenfeld-vier-parteien-lancieren-volksinitiative-fuer-die-schule-ld.4218212\">lanciert<\/a>. Weil eine Schulgemeindeversammlung fehlt, verlangen sie neue M\u00f6glichkeiten, um die Beh\u00f6rde verbindlich mit Fragen und Anliegen zu konfrontieren. Antworten sollen nicht vom Goodwill einzelner Verantwortlicher abh\u00e4ngen. Sie sollen \u00f6ffentlich erfolgen. Es geht um Mitsprache und um Transparenz.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Was passiert, wenn solche Grundregeln der Kommunikation verletzt werden? <\/span>Das zeigt dieser Tage die Polizeiaff\u00e4re in Uster. <span style=\"font-weight: 400;\">Gerade im Lokalen kann ausweichende oder versp\u00e4tete Kommunikation schnell zum Bumerang werden: Zur\u00fcckgehaltene Informationen besch\u00e4digen das Vertrauen, n\u00e4hren Spekulationen und erh\u00f6hen den politischen Druck. In Uster wurden inzwischen \u00f6ffentlich R\u00fccktritte <\/span><a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/polizeiaffaere-uster-stadtrat-hat-die-kontrolle-verloren-837126332003\"><span style=\"font-weight: 400;\">gefordert <\/span><\/a>und eine parlamentarische Untersuchung verlangt.<\/p>\n<p><strong>Verstehen, wie staatliche Entscheide entstehen<\/strong><\/p>\n<p>Journalismus und basisdemokratische Bewegungen haben etwas gemeinsam: den Anspruch, staatliches Handeln verstehen zu k\u00f6nnen. Welche Informationen liegen einem Entscheid zugrunde? Wer hat Einfluss genommen? Welche Argumente wurden gegeneinander abgewogen?<\/p>\n<p>Dabei gibt es einen entscheidenden Unterschied. Journalistinnen und Journalisten vertreten nicht ein politisches Anliegen. Sie unterwerfen sich beruflichen Regeln. Informationen m\u00fcssen \u00fcberpr\u00fcft und eingeordnet werden. Betroffene sollen angeh\u00f6rt werden. Mit ihnen ist fair umzugehen.<\/p>\n<p><strong>Transparenz ist kein Kontrollverlust<\/strong><\/p>\n<p>Manche Beh\u00f6rden f\u00fcrchten trotzdem, dass Transparenz vor allem eines produziert: Skandalisierung. Einzelne Dokumente k\u00f6nnten aus dem Zusammenhang gerissen werden. Eine Zahl landet in den sozialen Medien, daraus entsteht ein Shitstorm. Dieses Risiko gibt es.<\/p>\n<p>Die Antwort darauf kann aber nicht weniger Transparenz sein. Denn Beh\u00f6rden pr\u00e4gen mit ihrer Kommunikation auch den \u00f6ffentlichen Umgangston. Wie der Staat kommuniziert, so t\u00f6nt es zur\u00fcck, besonders in Krisen. Transparenz bedeutet deshalb nicht Kontrollverlust, sondern ist gerade in schwierigen Zeiten eine Investition in die Beziehung zwischen Staat und \u00d6ffentlichkeit. <em>Martin Stoll<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Martin Stoll ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von \u00d6ffentlichkeitsgesetz.ch<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KOMMENTAR Aktuelle Beispiele aus Frauenfeld und Uster zeigen, was geschieht, wenn Beh\u00f6rden zu wenig informieren oder Mitsprache erschweren: Der Druck von Medien, Politik und Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst. Wo sich Beh\u00f6rden abschotten, entsteht Druck. Nicht nur von Journalistinnen und Journalisten. Auch B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wollen wissen, was Sache ist. Sie wollen nachvollziehen k\u00f6nnen, auf welcher Grundlage Entscheide [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[198],"class_list":["post-19796","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aus-den-kantonen","tag-kommentar"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19796"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19796\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19819,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19796\/revisions\/19819"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}