{"id":18238,"date":"2025-05-26T10:18:42","date_gmt":"2025-05-26T08:18:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=18238"},"modified":"2025-05-26T16:04:28","modified_gmt":"2025-05-26T14:04:28","slug":"mit-losgeeisten-emails-eine-lobbying-offensive-geoutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2025\/05\/mit-losgeeisten-emails-eine-lobbying-offensive-geoutet\/","title":{"rendered":"Mit losgeeisten Emails eine Lobbying-Offensive geoutet"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_18243\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"width: 592px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18243 size-full\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2025\/05\/bild-Cafe-Transparence-ritschwr.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2025\/05\/bild-Cafe-Transparence-ritschwr.jpg 582w, https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2025\/05\/bild-Cafe-Transparence-ritschwr-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/> Journalistin Anina Ritscher diskutiert mit Moderatorin Marguerite Meyer (rechts) im Caf\u00e9 Transparence.<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p><em>Von Eva Hirschi.<\/em> P<strong>rix-Transparence-Preistr\u00e4gerin Anina Ritscher von \u00abReflekt\u00bb hat aufgezeigt, welchen Einfluss der Schweizer Konzern Mediterranean Shipping Company (MSC) in Bundesbern hat. Im Caf\u00e9 Transparence erz\u00e4hlt sie \u00fcber ihre Recherche.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/strong> \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Dass ausgerechnet das Binnenland Schweiz eine zentrale Rolle f\u00fcr die internationale Schifffahrt spielen kann, mag nicht auf der Hand liegen. Doch ein Verdacht auf Lobbying des Schweizer Konzerns Mediterranean Shipping Company (MSC) brachte Anina Ritscher von \u00abReflekt\u00bb dazu, genauer hinzusehen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung einer Tonnage-Steuer ist in Bundesbern schon seit vielen Jahren ein Thema. Doch beim Vergleich von zwei Gesetzesentw\u00fcrfen wurde Anina Ritscher stutzig: Der Entwurf nach der Vernehmlassung war auf einmal stark im Sinne der Unternehmen. Welche Rolle hatte dabei der Konzern MSC mit Sitz in Genf gespielt?<\/p>\n<p>In akribischer Arbeit hat Ritscher rekonstruiert, wie dieser Gesetzesentwurf zustande kam \u2013 vom Entwurf \u00fcber die Vernehmlassung bis zur \u00c4mterkonsultation und der Debatte im Parlament. Und sie konnte nachzeichnen, wie die Ausarbeitung eines Gesetzes durch das gr\u00f6sste Schifffahrtsunternehmen der Welt beeinflusst wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><div class=\"embed-responsive embed-responsive-16by9\"><div class=\"iframe-container\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"embed-responsive-item\"  title=\"Anina Ritscher erz\u00e4hlt ihre Lobby-Recherche\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/wJriCweKyG8?start=2&#038;feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/div><\/div>\n<\/p>\n<p class=\"video-caption\">Die Schifffahrtslobby hat mit dem Departement Maurer detailliert \u00fcber Gesetzesanpassungen verhandelt: Caf\u00e9 Transparence zur \u00abReflekt\u00bb-Recherche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hunderte Seiten interner Dokumente<\/strong><\/p>\n<p>Gespr\u00e4che mit Fachleuten hatten einen Hinweis geliefert, dass es hochrangige Treffen zwischen der Steuerverwaltung, der Spitze des Finanzdepartements und dem Konzern respektive des Branchenverbands gegeben hatte. Ritscher verlangte gest\u00fctzt auf das \u00d6ffentlichkeitsgesetz die Emailkommunikation heraus \u2013 und erkannte dadurch immer mehr Zusammenh\u00e4nge.<\/p>\n<p>\nMehrere Gesuche und eine Schlichtungsverhandlung sp\u00e4ter hatte sie einen grossen Teil der Kommunikation zur Hand \u2013 teilweise geschw\u00e4rzt, doch die Dokumente lieferten dennoch ein klares Bild: \u00abEs waren Hunderte Seiten an Emails \u00fcber mehrere Jahre, die zeigten, dass der Emailkontakt sehr eng war \u2013 vor allem, wenn zu Schl\u00fcsselpositionen Entscheide gef\u00e4llt wurden\u00bb, so Ritscher. Dieser Austausch ging ins Detail und betraf mitunter einzelne Gesetzespassagen.<\/p>\n<p>Selbst zu mindestens einem Treffen mit der Spitze des Finanzdepartements war es gekommen: Dessen damaliger Vorsteher, Bundesrat Ueli Maurer, hatte sich mit den Besitzern des Unternehmens MSC in Bern getroffen. Vorrangig ging es dabei zwar um Corona-Kredite. Doch die Emails zeigen: Auch ein Mitarbeiter der Steuerverwaltung, der f\u00fcr die Tonnagesteuer zust\u00e4ndig ist, war beim Treffen anwesend. Dieser best\u00e4tigt seine Teilnahme.<\/p>\n<p><strong>\u00abDie Entstehungsgeschichte von Gesetzen zu verfolgen, lohnt sich\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Zudem zeigen weitere Dokumente, dass schwerwiegende Bedenken ignoriert worden waren: Das Bundesamt f\u00fcr Justiz war durch ein Gutachten zum Schluss gekommen, dass ein solcher Gesetzesentwurf, der eine einzelne Branche bevorzugen w\u00fcrde, verfassungswidrig sei. Der Bundesrat ignorierte dieses Gutachten und st\u00fctzte sich auf ein zweites Gutachten, das zum gegenteiligen Schluss gekommen war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Eva Hirschi. Prix-Transparence-Preistr\u00e4gerin Anina Ritscher von \u00abReflekt\u00bb hat aufgezeigt, welchen Einfluss der Schweizer Konzern Mediterranean Shipping Company (MSC) in Bundesbern hat. Im Caf\u00e9 Transparence erz\u00e4hlt sie \u00fcber ihre Recherche.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[199,42],"class_list":["post-18238","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bundesverwaltung","tag-cafe-transparence","tag-gs-efd"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18238"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18258,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18238\/revisions\/18258"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}