{"id":1696,"date":"2011-08-14T09:48:30","date_gmt":"2011-08-14T07:48:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=1696"},"modified":"2011-09-24T23:31:37","modified_gmt":"2011-09-24T21:31:37","slug":"keine-sonderrechte-fur-die-finanzkontrolleure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2011\/08\/keine-sonderrechte-fur-die-finanzkontrolleure\/","title":{"rendered":"Keine Sonderrechte f\u00fcr die Finanzkontrolleure"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1712\" class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 592px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1712\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2011\/08\/Gr\u00fcter_EFK.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"369\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Auch weiterhin zur Transparenz verpflichtet: Oberster Finanzkontrolleur Kurt Gr\u00fcter. (Foto: Keystone)<\/p><\/div>\n<p><em>Von Martin Stoll.<\/em> <strong>Die Eidgen\u00f6ssische Finanzkontrolle (EFK) verlangte von der Regierung Sonderrechte zur Geheimhaltung ihrer Berichte. Bei Justizministerin Simonetta Sommaruga blitzte sie\u00a0ab.<\/strong><\/p>\n<p>Sie h\u00e4tten \u00abMassnahmen in die Wege geleitet, um vom Anwendungsbereich des BG\u00d6 ausgenommen zu werden\u00bb, schrieben die Finanzkontrolleure des Bundes im April dieses Jahres in ihrem <a href=\"http:\/\/www.efk.admin.ch\/pdf\/Auditletter_April%202011_d.pdf\">Audit-Letter<\/a>. Zuvor hatte die EFK Medienschaffenden Berichte zug\u00e4nglich machen m\u00fcssen, die teils gravierende Missst\u00e4nde in der Verwaltung dokumentierten.<!--more--><\/p>\n<p>Zum Beispiel einen Report, \u00fcber das Chaos bei der Immobilienbewirtschaftung der Armee (<a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2011\/08\/2011-03-20SonntagsZeitung.pdf\">SonntagsZeitung vom 20. M\u00e4rz 2011<\/a>) oder zur irregul\u00e4ren Beschaffungspraxis der Generalsekretariate (<a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2011\/08\/2011-03-27_SonntagsZeitung.pdf\">SonntagsZeitung; 27.03.2011<\/a>).<\/p>\n<p>Weil das Transparenzgesetz die Eintracht zwischen den Pr\u00fcfern und den Gepr\u00fcften stark st\u00f6rte und die Gesuche um Einsicht in amtliche\u00a0Dokumente\u00a0\u00abnicht nur f\u00fcr die EFK sondern auch f\u00fcr die Gepr\u00fcften arbeitsintensiv war\u00bb, verlangte EFK-Direktor Kurt Gr\u00fcter Sonderrechte. Er wurde bei der Finanzdelegation (FinDel) des Parlaments vorstellig. Die\u00a0FinDel ist Hauptabnehmerin der EFK-Pr\u00fcfberichte. Die Parlamentarier\u00a0hatten\u00a0(und haben) f\u00fcr das Anliegen Gr\u00fcters dann auch ein offenes Ohr. \u00abDie Finanzkontrolle ist darauf angewiesen, dass sie einen sehr offenen Zugang zu den Wissenstr\u00e4gern in den \u00c4mtern hat\u00bb, sagt FinDel-Pr\u00e4sident Arthur Loepfe (CVP\/AI).<\/p>\n<p><strong>Voraussetzungen f\u00fcr Sonderregelung sind nicht erf\u00fcllt<\/strong><\/p>\n<p>Die Parlamentsdelegation liess das Anliegen im Justizdepartement pr\u00fcfen. Dieses erteilte der Finanzkontrolle jetzt eine deutliche Abfuhr. Laut einem unpublizierten Gutachten des Bundesamtes f\u00fcr Justiz (BJ) vom 28. Juni 2011 sind die Voraussetzungen f\u00fcr eine Sonderregelung nicht erf\u00fcllt. Das \u00d6ffentlichkeitsgesetz erschwere die Arbeit der EFK nicht unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig. Laut dem Gutachten sind die Voraussetzungen, damit der Bundesrat die EFK auf dem Verordnungsweg vom Geltungsbereich des BG\u00d6 ausnehmen k\u00f6nnte, nicht erf\u00fcllt. Die gesetzlich vorgesehene M\u00f6glichkeit, den Zugang zu amtlichen Dokumenten unter bestimmten Voraussetzungen einzuschr\u00e4nken oder zu verweigern, gen\u00fcgen nach Meinung des BJ aus heutiger Sicht, um \u00abeinerseits die Arbeit der EFK nicht unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig zu erschweren und gleichzeitig ein hohes Mass Transparenz zu gew\u00e4hrleisten.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Mit \u00fcberh\u00f6hten Geb\u00fchrenforderungen Transparenz verhindert<\/strong><\/p>\n<p>In j\u00fcngster Vergangenheit versuchte die EFK mehrmals, Transparenz mit \u00fcberrissenen Geb\u00fchrenforderungen zu verhindern: F\u00fcr die Herausgabe eines 28-seitigen Berichts verlangt die EFK <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2011\/06\/die-finanzkontrolle-hat-viel-zu-viel-verlangt\/#more-554\">von der SonntagsZeitung bis zu 10 000 Franken Geb\u00fchren<\/a>. Auch die \u00abWeltwoche\u00bb beklagte, die Offenlegung eines Berichts \u00fcber skandal\u00f6sen Zust\u00e4nde im Koordinationsb\u00fcro der Direktion f\u00fcr Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) sei von den Finanzkontrolleuren durch Hinhalteman\u00f6ver und \u00fcberrissene Geb\u00fchrenforderungen behindert worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Martin Stoll. Die Eidgen\u00f6ssische Finanzkontrolle (EFK) verlangte von der Regierung Sonderrechte zur Geheimhaltung ihrer Berichte. Bei Justizministerin Simonetta Sommaruga blitzte sie\u00a0ab. Sie h\u00e4tten \u00abMassnahmen in die Wege geleitet, um vom Anwendungsbereich des BG\u00d6 ausgenommen zu werden\u00bb, schrieben die Finanzkontrolleure des Bundes im April dieses Jahres in ihrem Audit-Letter. 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