{"id":16391,"date":"2024-01-14T17:51:54","date_gmt":"2024-01-14T16:51:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=16391"},"modified":"2024-01-14T17:54:09","modified_gmt":"2024-01-14T16:54:09","slug":"bundesrat-prueft-edoeb-rechte-im-kontext-der-berset-affaere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2024\/01\/bundesrat-prueft-edoeb-rechte-im-kontext-der-berset-affaere\/","title":{"rendered":"Bundesrat pr\u00fcft ED\u00d6B-Rechte im Kontext der Berset-Aff\u00e4re"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_16393\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"width: 592px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-16393 size-full\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2024\/01\/Berset-Lauener.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2024\/01\/Berset-Lauener.jpg 582w, https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2024\/01\/Berset-Lauener-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/> Anlass, Grundsatzfragen um Dokumentenbewirtschaftung zu kl\u00e4ren: Ex-Bundesrat Alain Berset mit seinem Mediensprecher Peter Lauener. (Foto: Peter Schneider\/Keystone)<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p><em>Von Eva Hirschi.<\/em><strong> Im Zuge der Berset-Aff\u00e4re, in der wichtige E-Mails verschwunden sind, hat der Bundesrat eine \u00dcberpr\u00fcfung der Aufbewahrungsfristen amtlicher Dokumente und der Rolle des \u00d6ffentlichkeitsbeauftragten (ED\u00d6B) angek\u00fcndigt. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Will eine Beh\u00f6rde Dokumente nicht herausgeben, kann die gesuchstellende Person eine Schlichtung beantragen. In diesem Fall muss der Eidgen\u00f6ssische Datenschutz- und \u00d6ffentlichkeitsbeauftragte (ED\u00d6B) zur Vorbereitung des Schlichtungsverfahrens Zugang zu den amtlichen Dokumenten erhalten \u2013 auch, wenn diese der Geheimhaltung unterliegen (Artikel 20 Absatz 1 BG\u00d6).<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit der versuchten Erpressung von Bundesrat Alain Berset hat sich das Generalsekretariat des Innendepartements (EDI) geweigert, dem Eidgen\u00f6ssischen Datenschutz- und \u00d6ffentlichkeitsbeauftragten (ED\u00d6B) Einsicht in die entsprechenden Dokumente zu gew\u00e4hren \u2013 und damit das Schlichtungsverfahren sabotiert. Die Medien konnten ohne Zugang zu den Dokumenten die Aff\u00e4re nicht vollst\u00e4ndig aufarbeiten.<\/p>\n<p>Damit habe das EDI seine rechtlichen Verpflichtungen verletzt, kam auch die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommission des St\u00e4nderates zum Schluss. Diese hatte die Berset-Aff\u00e4re untersucht und <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/fga\/2023\/2703\/de#fn-d8e25\">im Oktober einen Bericht<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>Bundesrat beantragt diverse Pr\u00fcfungen<\/strong><\/p>\n<p>Nun hat der Bundesrat <a href=\"https:\/\/www.newsd.admin.ch\/newsd\/message\/attachments\/85702.pdf\">Stellung zum Bericht<\/a> genommen: Er will pr\u00fcfen lassen, ob die Interventionsm\u00f6glichkeiten des ED\u00d6B verst\u00e4rkt werden sollen, um dessen Einsichtsrechte sicherzustellen. Eine zu weitgehende Ausweitung der Befugnisse des ED\u00d6B \u2013 etwa mit einem Verf\u00fcgungsrecht, wie es die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommission in Erw\u00e4gung gezogen hatte \u2013 lehnt der Bundesrat allerdings ab.<\/p>\n<p>Weiter will der Bundesrat das Verh\u00e4ltnis zwischen den Bestimmungen des Archivierungsgesetzes und des \u00d6ffentlichkeitsgesetzes pr\u00fcfen lassen. Dies etwa im Hinblick auf Dokumente, die sowohl das Amt wie auch den privaten Bereich tangieren, insbesondere im Falle von Magistratspersonen.<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommission geht davon aus, dass die fraglichen E-Mails von Bundesrat Berset nicht nur privater Natur gewesen seien, sondern auch einen Bezug zum Amt des Departementsvorstehers gehabt h\u00e4tten. Sie seien deshalb gesch\u00e4ftsrelevant \u2013 gesch\u00e4ftsrelevante Unterlagen m\u00fcssen im entsprechenden Dossier erfasst werden.<\/p>\n<p><strong>Was geschieht mit Dokumenten ehemaliger Mitarbeitenden?<\/strong><\/p>\n<p>Zudem will der Bundesrat pr\u00fcfen lassen, ob bei einem Weggang von Mitarbeitenden besondere Massnahmen betreffend die Einhaltung der Ablage- und Archivierungspflicht sinnvoll sind. Auch die Aufbewahrungsfristen soll untersucht werden.<\/p>\n<p>Derzeit k\u00f6nnen gel\u00f6schte E-Mails von Mitarbeitenden der Bundesverwaltung nach Beendigung ihres Arbeitsverh\u00e4ltnisses w\u00e4hrend einer Dauer von 135 Tagen bzw. 4,5 Monaten wiederhergestellt werden. Die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommission erachtet diese Frist als relativ kurz.<\/p>\n<p>Der letzte Punkt betrifft die Kl\u00e4rung des sachlichen Anwendungsbereichs des \u00d6ffentlichkeitsgesetzes. Derzeit bestehe Uneinigkeit dar\u00fcber, ob abgeschlossene Strafverfahren vom Anwendungsbereich des BG\u00d6 ausgenommen sind. Die Rechtsprechung habe die Frage ebenfalls noch nicht umfassend, sondern erst in einzelnen Aspekten gekl\u00e4rt, kommt der Bundesrat zum Schluss.<\/p>\n<p>Das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) muss diese Abkl\u00e4rungen bis Ende 2024 durchf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Eva Hirschi. 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