{"id":15970,"date":"2023-11-08T10:35:22","date_gmt":"2023-11-08T09:35:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=15970"},"modified":"2023-11-09T06:32:27","modified_gmt":"2023-11-09T05:32:27","slug":"ex-transparenzchef-kritisiert-geheimhaltungsklausel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2023\/11\/ex-transparenzchef-kritisiert-geheimhaltungsklausel\/","title":{"rendered":"Ex-Transparenzchef kritisiert Geheimhaltungsklausel"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_15984\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"width: 592px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15984 size-full\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2023\/11\/Bild_Blog_regio-fehr.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2023\/11\/Bild_Blog_regio-fehr.jpg 582w, https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2023\/11\/Bild_Blog_regio-fehr-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/> \u00abTendenziell zu transparenzscheue\u00bb Z\u00fcrcher Verwaltung: Sicherheitsdirektor Mario Fehr informiert \u00fcber Entwicklungen im Asylbereich. (Foto: Ennio Leanza\/Keystone)<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p><strong>Der ehemalige Z\u00fcrcher Transparenzbeauftragte Dieter M\u00fcller kritisiert den Entwurf der Z\u00fcrcher Regierung f\u00fcr eine neue Geheimhaltungsklausel im Informations- und Datenschutzgesetz (IDG). Diese m\u00f6chte interne Protokolle von Amtsstellen generell als geheim einstufen.<\/strong><\/p>\n<p>M\u00fcller, der von 2008 bis 2019 als Leiter der Koordinationsstelle IDG bei der Z\u00fcrcher Staatskanzlei t\u00e4tig war, sieht darin eine klare Einschr\u00e4nkung der Transparenz. Dies steht im Widerspruch zum in der Kantonsverfassung verankerten \u00d6ffentlichkeitsprinzip. \u00abDas sollte man nicht so machen\u00bb, wird der \u00abMr. \u00d6ffentlichkeitsprinzip\u00bb des Kantons Z\u00fcrich in einem <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/zuerich\/transparenz-in-zuerich-ex-beamter-kritisiert-regierung-fuer-idg-revision-ld.1762281\">Bericht<\/a> der \u00abNeuen Z\u00fcrcher Zeitung\u00bb zitiert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>M\u00fcller, der das \u00d6ffentlichkeitsprinzip in seiner Zeit als Leiter der Koordinationsstelle IDG stark verfochten hat, sieht in der generellen Geheimhaltung von Sitzungsprotokollen der Beh\u00f6rden eine unn\u00f6tige Einschr\u00e4nkung der Transparenz. Mit Erstaunen und Unbehagen habe er die geplante \u00c4nderung <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2023\/09\/in-zuerich-sollen-protokolle-der-behoerden-weggesperrt-werden\/\">zur Kenntnis genommen<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Weitreichende negative Konsequenzen<\/strong><\/p>\n<p>Hauptkritikpunkt des ehemaligen Verwaltungsjuristen ist die drohende Untergrabung der sogenannten Interessenabw\u00e4gung, die er als \u00abdas Herz des IDG\u00bb betrachtet. Diese Abw\u00e4gung erfordert derzeit bei jeder Anfrage eine sorgf\u00e4ltige Pr\u00fcfung, ob das \u00f6ffentliche Einsichtsrecht oder bestimmte Ausschlussgr\u00fcnde \u2013 wie der Schutz der Pers\u00f6nlichkeit, die Staatssicherheit oder die ungest\u00f6rte Durchf\u00fchrung von Amtshandlungen \u2013 \u00fcberwiegen.<\/p>\n<p>Die sorgf\u00e4ltige Abw\u00e4gung der Geheimhaltung stelle einen Kernmechanismus des aktuellen Gesetzes dar. M\u00fcller warnt, dass dieser Mechanismus durch die neue Klausel effektiv \u00abausgeschaltet\u00bb wird. \u00abDa ist mir gar nicht wohl dabei\u00bb, sagt M\u00fcller, der w\u00e4hrend seiner Zeit beim Kanton, Beamte geschult und die Regierung in Sachen \u00d6ffentlichkeitsprinzip beraten hat. Die geplante \u00c4nderung k\u00f6nnte trotz ihrer K\u00fcrze weitreichende, negative Konsequenzen haben: \u00abEs wird verkannt, was man damit anrichtet.\u00bb<\/p>\n<p>Der ehemalige Staatsangestellte missbilligt nicht nur den Inhalt der neuen Geheimhaltungsklausel im Z\u00fcrcher IDG, sondern auch die Art und Weise ihrer Lancierung. Das Verfahren sei \u00abunsch\u00f6n\u00bb gewesen, denn der umstrittene Abschnitt \u00fcber die Geheimhaltung von Protokollen wurde erst nach der \u00f6ffentlichen Vernehmlassung hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p><strong>Ein \u00dcberraschungscoup an der Regierungssitzung<\/strong><\/p>\n<p>Diese sp\u00e4te \u00c4nderung erfolgte laut zwei unabh\u00e4ngigen Quellen der NZZ in letzter Minute w\u00e4hrend einer Sitzung des Regierungsrates zur IDG-Revision. Interessanterweise stand die Justizdirektion sowie die Arbeitsgruppe, die f\u00fcr die Ausarbeitung des Gesetzes verantwortlich war, gegen die Aufnahme dieser Regel, wurden aber \u00fcberstimmt.<\/p>\n<p>Dieter M\u00fcller charakterisiert die Einstellung der Z\u00fcrcher Beh\u00f6rden als \u00abtendenziell zu transparenzscheu\u00bb. Damit st\u00fctzt er Erfahrungen von Medienschaffenden, die sich bei Z\u00fcrcher Verwaltungsstellen Transparenz immer wieder erstreiten m\u00fcssen. \u00abDie Verwaltung ist beh\u00e4big und zur\u00fcckhaltend, was das \u00d6ffentlichkeitsprinzip angeht\u00bb, sagt M\u00fcller.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ehemalige Z\u00fcrcher Transparenzbeauftragte Dieter M\u00fcller kritisiert den Entwurf der Z\u00fcrcher Regierung f\u00fcr eine neue Geheimhaltungsklausel im Informations- und Datenschutzgesetz (IDG). Diese m\u00f6chte interne Protokolle von Amtsstellen generell als geheim einstufen. M\u00fcller, der von 2008 bis 2019 als Leiter der Koordinationsstelle IDG bei der Z\u00fcrcher Staatskanzlei t\u00e4tig war, sieht darin eine klare Einschr\u00e4nkung der Transparenz. 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