{"id":15667,"date":"2023-09-26T13:11:38","date_gmt":"2023-09-26T12:11:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=15667"},"modified":"2023-10-09T09:00:53","modified_gmt":"2023-10-09T08:00:53","slug":"transparenzabbau-im-kvg-medienallianz-wehrt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2023\/09\/transparenzabbau-im-kvg-medienallianz-wehrt-sich\/","title":{"rendered":"Transparenzabbau im KVG: Medienallianz wehrt sich"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_15681\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"width: 592px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15681 size-full\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2023\/08\/555063401_highres.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2023\/08\/555063401_highres.jpg 582w, https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2023\/08\/555063401_highres-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/> Die Milliarden-Deals um Medikamente sollen im Geheimen abgeschlossen werden k\u00f6nnen: Spitalapotheke Interlaken. (Foto: Christian Beutler\/Keystone)<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p><strong>Medienvereine und Organisationen setzen sich gegen die vorgeschlagene \u00c4nderung im Krankenversicherungsgesetz (KVG) zur Wehr, welche die Transparenz im Gesundheitsbereich empfindlich einschr\u00e4nkt. Die \u00c4nderung k\u00f6nnte<\/strong><strong>\u00a0einen Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr weitere Einschr\u00e4nkungen schaffen.<\/strong><\/p>\n<p>Ein breites B\u00fcndnis aus Medienorganisationen \u2013 dem Verband Schweizer Medien, SRG SSR, Telesuisse, Medien mit Zukunft, Reporter ohne Grenzen, SSM, Syndicom, MAZ, \u00d6ffentlichkeitsgesetz.ch und investigativ.ch \u2013 erhebt Einspruch gegen vorgeschlagene Anpassungen im Krankenversicherungsgesetz (KVG). Im Fokus steht eine \u00c4nderung, die das \u00d6ffentlichkeitsgesetz im Gesundheitswesen teilweise ausser Kraft setzt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zum Transparenzabbau kommt es laut der aktuellen Gesetzesrevision, die am 28. September im Rat diskutiert werden soll, in Artikel 52c. <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Konkret soll das \u00d6ffentlichkeitsgesetz nicht mehr gelten, wenn es um <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">die Vereinbarung von Preismodellen und allf\u00e4lligen R\u00fcckerstattungen geht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Bis jetzt gab es klar definierte Ausnahmen, in denen das Bundesgesetz \u00fcber das \u00d6ffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (BG\u00d6) keine Anwendung findet. Keine dieser Ausnahmen betraf bisher den Gesundheitssektor oder die Festsetzung der Medikamentenpreise. Schaffen Bundesrat und Parlament hier einen Pr\u00e4zedenzfall, besteht die Gefahr, dass das BG\u00d6 k\u00fcnftig von verschiedenen Interessengruppen angegriffen und schrittweise abgebaut wird.<\/p>\n<p>Das \u00d6ffentlichkeitsgesetz des Bundes ist nicht nur ein wichtiges Recherchemittel f\u00fcr Medienschaffende, sondern auch f\u00fcr die Allgemeinheit von hoher Bedeutung. Es erlaubt Medienschaffenden, offizielle Dokumente einzusehen und Informationen zu verifizieren. Eine Neuregelung w\u00fcrde der etablierten Rechtspraxis auf nationaler Ebene sowie der Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte widersprechen. Wirtschaftliche Interessen wie das Gesch\u00e4ftsgeheimnis sind im aktuellen Gesetz ausreichend gesch\u00fctzt.\u00a0<\/p>\n<p>Die \u00c4nderung w\u00fcrde zudem in einer Zeit, in der die Diskussionen um das Gesundheitssystem und seine wenig transparenten Kosten zunehmen, das \u00f6ffentliche Misstrauen gegen\u00fcber dem Gesundheitssystem, der Pharmabranche und der Verwaltung st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die Medienallianz <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2023\/09\/Argumentarium_KVG_Oeffentlichkeitsgesetz.ch_und_investigativ.ch_.pdf\">argumentiert in sechs Punkten<\/a>, warum diese \u00c4nderung abgelehnt werden sollte und warnt vor einem gef\u00e4hrlichen Pr\u00e4zedenzfall. Nur mit Transparenz kann das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung in die Beh\u00f6rden aufrechterhalten oder gar gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<div class=\"infobox\"><br \/>\n<strong>Nachtrag: Nationalrat f\u00fcr Geheimhaltung<\/strong><br \/>\nIn der Herbstsession sprach sich der Nationalrat im Grundsatz f\u00fcr vertrauliche Preismodelle f\u00fcr hochpreisige Medikamente aus. Ein Minderheitsantrag hatte die Aufhebung von Art. 52 c gefordert, welche eine Einschr\u00e4nkung des \u00d6ffentlichkeitsprinzips vorsieht. Dieser Antrag wurde allerdings mit 110 gegen 78 Stimmen abgelehnt. Einen Kompromiss gab es aber: Eine unabh\u00e4ngige Stelle soll \u00f6ffentlich \u00fcber die Umsetzung der vertraulichen Preismodelle Bericht erstatten, um deren Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit zu pr\u00fcfen, w\u00e4hrend einzelne R\u00fcckerstattungen vertraulich bleiben k\u00f6nnen. Das Gesch\u00e4ft geht nun an den St\u00e4nderat.<br \/>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medienvereine und Organisationen setzen sich gegen die vorgeschlagene \u00c4nderung im Krankenversicherungsgesetz (KVG) zur Wehr, welche die Transparenz im Gesundheitsbereich empfindlich einschr\u00e4nkt. Die \u00c4nderung k\u00f6nnte\u00a0einen Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr weitere Einschr\u00e4nkungen schaffen. 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