{"id":15206,"date":"2023-04-06T18:33:33","date_gmt":"2023-04-06T17:33:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=15206"},"modified":"2023-04-07T20:45:35","modified_gmt":"2023-04-07T19:45:35","slug":"staatspolitisch-fragwuerdiges-transparenzverbot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2023\/04\/staatspolitisch-fragwuerdiges-transparenzverbot\/","title":{"rendered":"Staatspolitisch fragw\u00fcrdiges Transparenzverbot"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_15210\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"width: 592px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15210 size-full\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2023\/04\/560357594_highres.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2023\/04\/560357594_highres.jpg 582w, https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2023\/04\/560357594_highres-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/> Notverordnung im Gep\u00e4ck: Bundespr\u00e4sident Berset, Finanzministerin Keller-Sutter und Nationalbank-Chef Jordan am 19. M\u00e4rz auf dem Weg zur Credit-Suisse-Medienkonferenz. (Foto: Peter Klaunzer\/Keystone)<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p><strong><span style=\"color: #fff;background-color: #000;padding: 1px 5px\">KOMMENTAR<\/span><\/strong><b> <\/b><strong>Zwar b\u00fcrgt die \u00d6f\u00adfent\u00adlich\u00adkeit mit un\u00adfass\u00adba\u00adren 209 Mil\u00adli\u00adar\u00adden Fran\u00adken. Was im Vor\u00adfeld der Ban\u00adken-Zwangs\u00adfu\u00adsi\u00adon ge\u00adschah, darf sie aber nicht wis\u00adsen. Das ist staatspolitisch bedenklich.<\/strong><br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong><br \/>\nDie \u00d6f\u00adfent\u00adlich\u00adkeit soll nicht erfahren, wie Finanzplatz-\u00dcberwacher, Verwaltung und Regierung mit der CS-Krise umgegangen sind. Deshalb hat die Regierung das \u00d6ffentlichkeitsgesetz kurzerhand per Notrecht ausgehebelt. Informationen und Daten, die zwischen den staatlichen Akteuren ausgetauscht wurden, sind laut Artikel 6 der erlassenen Notverordnung vom \u00d6ffentlichkeitsgesetz ausgenommen.<\/p>\n<p><!--more-->Dass die Regierung den Zugang zu Dokumenten des CS-Komplexes pauschal verweigert, ist bedenklich und staatspolitisch nicht haltbar. Gerade wegen der Tragweite des Entscheids ist gr\u00f6sstm\u00f6gliche Transparenz wichtig. Es ist nicht legitim, dass ein zentrales Grundprinzip guter Regierungsf\u00fchrung gerade in einer Krise leichtfertig beiseite\u00adgescho\u00adben und Transparenz zur beliebigen Man\u00f6vriermasse wird.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es auch keine stichhaltigen Gr\u00fcnde: Das \u00d6ffentlichkeitsgesetz des Bundes enth\u00e4lt gen\u00fcgend Schutzmechanismen, die auch in dieser ausserordentlichen Situation gegriffen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Ohne Not hat der Bundesrat das \u00d6ffentlichkeitsgesetz innert weniger Monate erneut ausser Betrieb genommen. Bereits im vergangenen September, beim Rettungsschirm f\u00fcr die Elektrizit\u00e4tswirtschaft, war dies der Fall.<\/p>\n<p>In einer <a href=\"https:\/\/www.edoeb.admin.ch\/edoeb\/de\/home\/aktuell\/aktuell_news.html#-365933829\">Stellungnahme<\/a> kritisiert dies auch der \u00d6ffentlichkeitsbeauftragte des Bundes (ED\u00d6B). Der Ausschluss der vom \u00d6ffentlichkeitsgesetz garantierten Zugangsrechte \u00fcber den Weg einer notrechtlichen Verordnung werfe grunds\u00e4tzliche Rechtsfragen auf.<\/p>\n<p>\u00abAus der Begr\u00fcndung f\u00fcr den Erlass des unmittelbar auf die Bundesverfassung gest\u00fctzten Notrechts zur St\u00fctzung der Elektrizit\u00e4ts- oder Finanzwirtschaft l\u00e4sst sich aufgrund der dem ED\u00d6B zurzeit vorliegenden Informationen in keinem dieser F\u00e4lle eine Notwendigkeit ableiten, \u00fcber den Weg des Notrechts auch noch den Anspruch der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger aufzuheben, das notrechtliche Wirken der Verwaltung nachvollziehen zu k\u00f6nnen\u00bb, schreibt der ED\u00d6B.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nGut und wichtig hat die Politik jetzt auf das hemmungslose Vorgehen reagiert: Sie fordert die untersagte Transparenz ein \u2013 n\u00f6tigenfalls mit dem st\u00e4rksten ihr zur Verf\u00fcgung stehenden Instrument, einer parlamentarischen Untersuchungskommission PUK. <em>Martin Stoll<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Martin Stoll ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von \u00d6ffentlichkeitsgesetz.ch<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KOMMENTAR Zwar b\u00fcrgt die \u00d6f\u00adfent\u00adlich\u00adkeit mit un\u00adfass\u00adba\u00adren 209 Mil\u00adli\u00adar\u00adden Fran\u00adken. 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