{"id":1080,"date":"2011-06-13T00:02:50","date_gmt":"2011-06-12T22:02:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=1080"},"modified":"2011-09-24T23:38:42","modified_gmt":"2011-09-24T21:38:42","slug":"nach-39-monaten-kampf-stand-fest-bezahlt-wurden-390-000-franken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2011\/06\/nach-39-monaten-kampf-stand-fest-bezahlt-wurden-390-000-franken\/","title":{"rendered":"Endlich stand fest: Bezahlt wurden 390 000 Franken"},"content":{"rendered":"<p><em>Von Titus Plattner.<\/em> <strong>Die Zeitung\u00a0 \u00abLa Libert\u00e9\u00bb k\u00e4mpfte bis vors Bundesgericht, um Einblick in die Abgangsentsch\u00e4digung von Bundesrat Christoph Blochers Generalsekret\u00e4r zu bekommen.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1240\" class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 592px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1240 \" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2011\/06\/eberle.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"417\" \/><p class=\"wp-caption-text\">\u00abLa Libert\u00e9\u00bb k\u00e4mpfte f\u00fcr Informationen zum Abgang von Blochers ex-Generalsekret\u00e4r Walter Eberle (rechts) bis vor Bundesgericht. Foto: Keystone<\/p><\/div>\n<p>Am 5. Februar 2008 wollte Erik Reumann, damals Bundeshausredaktor der Zeitung \u00abLa Libert\u00e9\u00bb genau wissen, was hinter den Kulissen vereinbart worden war.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u00a0Er verlangte Einsicht in die Arbeitsvertr\u00e4ge und in Unterlagen zur Abgangsentsch\u00e4digung von Walter Eberle, dem ehemaligen Generalsekret\u00e4r des Justizdepartements und dessen Stellvertreter Yves Bichsel. Beide mussten ihren Arbeitsplatz verlassen, nachdem Chef und Weggef\u00e4hrte Christoph Blocher von der Bundesversammlung als Bundesrat abgew\u00e4hlt und \u00a0ausser Dienst gesetzt worden war.\u00a0Nachfolgerin Eveline Widmer-Schlumpf hatte ihnen gek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Journalist Reumann begr\u00fcndete seine Anfrage mit dem \u00d6ffentlichkeitsgesetz. Am 17. M\u00e4rz 2008 verweigerte das EJPD den Zugang zu diesen Dokumenten.<\/p>\n<p>Diese Abfuhr liess Reumann nicht auf sich sitzen und gelangte mit einem <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2011\/06\/2009_02_09_recommandation_departement_justice.pdf.pdf\">Schlichtungsersuchen<\/a> an den Eidgen\u00f6ssischen Datenschutz- und \u00d6ffentlichkeitsbeauftragten (ED\u00d6B). In seinem Entscheid vom 9. Februar 2009 empfahl dieser den Zugang zu den Dokumenten. Doch das EJPD blieb stur.<\/p>\n<p>N\u00e4chste Instanz war das Bundesverwaltungsgericht. Auch dieses <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2011\/06\/2009_10_19_bvger_ejpd_abgangsentschaedigung_eberle.pdf.pdf\">entschied<\/a> sich gegen die Offenlegung \u2013 weil Dokumente des Mitberichtsverfahrens nicht zug\u00e4nglich gemacht werden k\u00f6nnten. Das Bundesgericht, das Erik Reumann (er arbeitete inzwischen als Pressesprecher beim\u00a0Aussendepartement) und seine Nachfolgerin Magalie Goumaz darauf anriefen, <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2011\/06\/2010_05_19_bger_ejpd_abgangsentschaedigung_eberle.pdf.pdf\">sah dies anders:<\/a> Die Dokumente seien sehr wohl laut \u00d6ffentlichkeitsgesetz herauszugeben und nicht Teil des Mitberichtsverfahrens.<\/p>\n<p><strong>Nachdem Sommaruga Justizministerin wurde, flossen die Informationen<\/strong><\/p>\n<p>Dass die Information durch alle B\u00f6den hindurch verweigert wurde, h\u00e4ngt mit der Politik zusammen: Eveline Widmer-Schlumpf, die am Anfang des Verfahrens f\u00fcr ihr \u00dcberleben in der SVP k\u00e4mpfte, musste aus politischen Gr\u00fcnden den Zugang verweigern. Alles andere w\u00e4re ihr von der SVP als Affront gegen Blocher ausgelegt worden. Erst nachdem SP-Bundesr\u00e4tin Simonetta Sommaruga Justizministerin wurde, war der Aktenzugang m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Viel Juristerei, viel Politik, Zeit und Aufwand \u2013 und am Schluss, nachdem sich das Bundesverwaltungsgericht nochmals zum Fall ge\u00e4ussert hatte, liegen die Dokumente auf dem Tisch: Am 19. April 2011 \u2013 39 Monate nach ihrem Akteneinsichtsgesuch \u2013 <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2011\/06\/Artikel-Libert\u00e9-Abgangsentsch\u00e4digung-Eberle.pdf\">schrieb \u00abLa Libert\u00e9\u00bb<\/a>, dass der Abgang von Walter Eberle und Yves Bichsel 390\u2019000 Franken gekostet hat.<\/p>\n<p>Die Information hallte nicht besonders lang durchs Land. Kein anderes Medium ging darauf ein. Nutzlos war der Kampf nicht. Ein Erkenntnis des Gerichts hat Wert \u00fcber den Tag hinaus: Dass das Interesse des Journalisten und einer breiteren \u00d6ffentlichkeit h\u00f6her zu gewichten sei, als das Interesse der ehemaligen Spitzenbeamten am Schutz ihrer Privatsph\u00e4re. Im Kanton Jura hatte dieser Entscheid bereits Auswirkungen: Hier entschloss sich die Regierung, die Abgangsentsch\u00e4dingung des\u00a0ehemaligen Polizeikommandanten zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Titus Plattner. Die Zeitung\u00a0 \u00abLa Libert\u00e9\u00bb k\u00e4mpfte bis vors Bundesgericht, um Einblick in die Abgangsentsch\u00e4digung von Bundesrat Christoph Blochers Generalsekret\u00e4r zu bekommen. Am 5. 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